Ein zügiger Ausstieg aus der Kernenergie bietet Chancen für Fortschritte im Klimaschutz, ohne die Versorgungssicherheit zu gefährden oder die Portemonnaies der Bürgerinnen und Bürger übermäßig zu strapazieren. Zu dieser Einschätzung kommt das Öko-Institut aufgrund einer Analyse des Strommarktes im Auftrag des WWF Deutschland vom März 2011.
Demnach ließe sich die gesamte installierte Nettoleistung der heute am Netz befindlichen Kernkraftwerke von insgesamt 20.500 Megawatt (MW) bis deutlich vor dem Jahr 2020 ersetzen.
Konkret könnte der beschleunigte Auslaufpfad so aussehen:
Sehr kurzfristige dauerhafte Stilllegung der sieben ältesten Kernkraftwerke sowie des derzeit nicht betriebenen KKW Krümmel, ermöglicht durch die vorhandenen Reserven des Systems. Zwei weitere Blöcke könnten dank der so genannten Kaltreserven im deutschen Stromversorgungssystem ebenfalls sehr kurzfristig abgeschaltet werden. Vier weitere Blöcke ließen sich bis 2013 stilllegen – in Kombination mit Lastmanagement-Maßnahmen sowie der Inbetriebnahme der Kraftwerke, die bis 2013 ans Netz gehen.
Durch den Neubau von Kraftwerken in den Bereichen Biomasse, Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen sowie anderen Erdgas-Kraftwerken ließen sich drei weitere Blöcke bis 2020 abschalten. Insgesamt könnten bis 2020 so 21.000 MW ganz ohne Kernenergie erzeugt werden, zeigen die Berechnungen des Öko-Instituts. Dies sind 500 MW mehr als die derzeitige Leistung aller deutschen Kernkraftwerke.
Geringe Auswirkungen auf die Strompreise
Die Effekte der Kraftwerksstilllegungen auf den Strompreis werden ausgesprochen gering sein. Auch die gefürchtete „Stromlücke“ bleibt aus, weil es genügend Alternativen gibt.
Insgesamt lassen die Berechnungen des Öko-Instituts den Schluss zu, dass es zu Strompreisänderungen von maximal 0,5 Cent pro Kilowattstunde und zu Effekten für den CO2-Preis von rund zwei Euro pro Tonne CO2 kommen kann.
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Kurzanalyse „Schneller Ausstieg aus der Kernenergie in Deutschland. Kurzfristige Ersatzoptionen, Strom- und CO2-Preiseffekte „ des Öko-Instituts
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